Planungsbüro Hendel + Partner

2018 – November

„Wein machen, Wein genießen und Weinkultur erleben: Die Mommenheimer Geschwister Tobias Becker und Stefanie Wild bauen einen modernen Aussiedlerhof mit Vinothek und Hotel.“

Wir hatten bereits ein paarmal über das Bauvorhaben im Außenbereich der Gemeinde Mommenheim in der Verbandsgemeinde Rhein-Selz berichtet, das wir bauleitplanerisch begleiten. Nach Abschluss des Bebauungsplanes geht es nun mit großen Schritten voran und auch die lokale Presse widmet dem Projekt einen ausführlichen Bericht:
Mit ihrem Aussiedlerhof geht’s in Riesenschritten voran: Tobias Becker und seine Schwester Stefanie Wild. Foto: hbz/Jörg Henkel
Aus AZ-Landskrone vom 03.11.2018: Mommenheimer Geschwisterpaar plant modernen Aussiedlerhof (von Margit Dörr)
MOMMENHEIM – Voller Begeisterung erzählen die Geschwister Tobias Becker und Stefanie Wild, die maßgeblich das Weingut Becker leiten, von ihrem großen Projekt, dem Aussiedlerbetrieb mitten in den Mommenheimer Weinbergen. Die Realisierung hat mit dem Aushub im Jahr 2017 auf einem ehemaligen Ackergelände der Familie begonnen.
Hier entsteht nun eine 2100 Quadratmeter große Anlage mit Weinlager, Büro und Verwaltungsräumen, Labor, Maschinenhalle und Kelterhaus. Die gesamte Weinproduktion solle hier in Zukunft stattfinden, erklären die beiden. Die große Halle wurde ein wenig in den Hang geschoben und fügt sich in die sanfte Hügellandschaft ein.
Es waren enorme Erdbewegungen notwendig, um dies zu ermöglichen. Ins Auge fallen sofort die Wände aus Natursteinblöcken, mit denen der Hang befestigt wurde. Aber alles ist schon geschlossen, Fenster, Türen und Tore sind eingebaut. Auch die Anfahrtswege sind schon vorhanden. Im Hallendach über dem Kelterhaus ist eine Öffnung erkennbar. Durch diese werden in Zukunft die geernteten Trauben abgeladen, weil auch von oben die Halle angefahren werden kann. „Das natürliche Herunterfallen ist viel schonender als das Pumpen“, erklärt Tobias Becker. Er ist Weinbautechniker und hat 2009 gemeinsam mit seinem Vater Rainer Becker eine GbR gegründet, aber er hält den größten Anteil der Gesellschaft und ist komplett für den Weinan- und -ausbau zuständig.
Tobias hat sich vom Weinbau mehr gefangen nehmen lassen als sein Vater Rainer. Der arbeitete zwar auch mit im Weinbaubetrieb, den sein Vater in den Fünfzigern gegründet hatte, und unterstützt nun seinen Sohn. Aber Rainer Becker entschied sich vor Jahren dafür, mit Partnern eine 18-Loch Golfanlage in Mommenheim zu gründen. Inzwischen betreibt er den Golfplatz mit, kümmert sich um die Rasenpflege und renoviert heute rund 40 Sportplätze im gesamten Rhein-Main-Gebiet. Die Leidenschaft für den Wein hat Tobias – wie auch seine Schwester Stefanie – also vom Opa Georg Jakob Becker geerbt. Der hatte 1954 aus dem einst kleinen Gemischtbetrieb einen stattlichen Weinbaubetrieb entwickelt. Schon früh begann er mit dem Direktvertrieb, der Neukundenakquise und Kundenbindung. Er sei mit seinem Wein, den er in einem Köfferchen transportierte, umhergereist und habe Interessenten gesucht und gefunden, erzählt Stefanie Wild. „Manche kaufen noch heute bei uns ihren Wein“, freut sich Stefanie. Die bald zweifache Mutter ist gelernte Hotelbetriebswirtin und kümmert sich schon jetzt um die Vermarktung des Weins.
Aber das soll noch ausgebaut werden. Denn direkt neben der Produktionsstätte, die im Frühjahr oder Sommer vollständig fertiggestellt sein soll und eingeweiht wird, sollen in einem zweiten Bauabschnitt eine Vinothek, eine Gastronomie sowie ein Hotelbetrieb mit bis zu 14 Zimmern entstehen. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, der ebenfalls Hotelbetriebswirt ist, will Stefanie Wild, die auch Kultur- und Weinbotschafterin ist, dies bewerkstelligen. Deutlich ist ihr die Vorfreude anzumerken, wenn sie von ihren Ideen und Vorhaben, die sich in dem riesigen Ensemble verwirklichen lassen, spricht. Die Weinkunden aus der Ferne und viele Mommenheimer, die ab und zu neugierig zur Baustelle spazieren, bestätigen ihr, dass eine solche Lokalität in der Gemeinde fehlt.
Die geplante Vinothek und das Hotel werden im nächsten Jahr um diese Zeit nicht fertig sein. Aber die „Tage der Offenen Flaschen“, zu denen das Weingut jetzt an diesem Wochenende einlädt, finden zum letzten Mal im Ortskern statt. Nächstes Jahr werden die Flaschen in der neuen Produktionsstätte geöffnet, stellen die Geschwister überzeugt fest. Im Ortskern habe es keine Erweiterungsmöglichkeiten gegeben, sind sich Bruder und Schwester einig. So sei die Idee entstanden, außerhalb etwas gemeinsam zu stemmen. Hier gibt es mehr als genug Platz für die Weinproduktion und auch ausreichend Park- und Bewegungsmöglichkeiten für Kunden und Gäste. Zudem können die Weingutsbesitzer sowie die zukünftigen Besucher von hier aus einem traumhaften Blick über die Rebflächen und Nachbardörfer bis nach zu Frankfurt genießen.