Planungsbüro Hendel + Partner

2019 – August

Graue Gärten – Gärten des Grauens

Wo früher der Wind in Baumkronen raschelte, Vögel zwitscherten und Bienen summten, herrscht heute öde Stille. Vorgärten aus Kies und Schotter liegen im Trend. Aber es wächst der Widerstand gegen die grauen Gärten oder auch die Gärten des Grauens. Viele Zeitgenossen verbannen das Grün von ihren Grundstücken. 15 Prozent aller Vorgärten sind einer Studie des Bundesverbandes für Gartenbau zufolge bereits unter Pflastersteinen, Kies oder Schotter verschwunden.

so bitte nicht…

Was die einen für einen pflegeleichten und ordentlichen Garten halten, ist für die anderen das reine Elend. Die Facebook-Gruppe „Gärten des Grauens“ dokumentiert besonders drastische Fälle, verbunden mit bissigen Kommentaren.

Wir als Stadt- und Landschaftsplaner blicken besorgt auf die karg bepflanzten Zonen, denn sie sind ökologisch nutzlos und bieten vielen Tier- und Insektenarten keinen Raum zum Leben. Häufig werden auch noch Gifte eingesetzt, um die Flächen frei von Unkraut und Algen zu halten. Die Steine heizen sich im Sommer auf und verhindern so ein Abkühlen der Umgebungsluft. Weil unter dem Kies meist auch noch wasserundurchlässige Vliese verlegt werden, fallen die Flächen für das Versickern des Regenwassers aus, was zusätzlich auch noch das Abwassersystem belastet.

Wir möchten uns bei unseren künftigen Bebauungsplänen dafür stark machen, dass Festsetzungen zur ökologisch sinnvollen und naturnahen Gestaltung der Vorgärten aufgenommen werden. Nach unserer Auffassung sollte das flächige Aufbringen von Materialien wie Schotter und Kies ist unbedingt verhindert werden. Stattdessen wollen wir engagiert für eine lebendige Vielfalt in unseren (Vor-) Gärten werben.

…lieber so!